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Dienst am Wort 1/2018

Neujahr - Hochfest der Gottesmutter Maria

Lesejahr B

Von Gott gesegnet

Beitrag zur Lesung

Einführung

Der »Aaronitische Segen« gibt Zeugnis von Gottes liebevoller Zuwendung. Gott möchte bei uns sein. Er möchte unser heiles Leben und dass wir einmal das Leben in seiner ganzen Fülle haben. Diese Fülle, die Gott uns zuspricht, ist unerschöpflich. Wir werden sie nie ganz erfassen können. Aber wir sind eingeladen, dieser Verheißung zu trauen, Gott zu vertrauen.

Vorbemerkung

Zum Text: Num 6,22-27 (1. Lesung)

Der Bezug zum Evangelium könnte der sein: Die Hirten sind fasziniert, sie sind »gesegnet« von der Begegnung mit dem Kind Jesus. In ihrer Freude darüber sind sie kaum zu bremsen. Maria und Josef hingegen bevorzugen, still innezuhalten. Sie vertrauen der Zuwendung Gottes, indem sie mit dem Herzen über all das nachdenken.

Predigt

Ein neues Jahr ...

Der erste Tag im neuen Jahr. Heute Nacht haben ihn viele gemeinsam begrüßt mit Feuerwerk und Partys. Und manche allein. Die Silvestergottesdienste waren gut besucht. Für viele beginnt morgen mit der Arbeit wieder der Alltag. 365 Tage wollen mit Leben gefüllt sein.

Wie wird es werden, das Jahr 2018? Erwartungen und Ängste stehen oft am Anfang eines neuen Jahres, Hoffnungen und Zweifel. Vor allem aber die Sehnsucht unzähliger Menschen nach Glück und Frieden.

... mit einer wunderbaren Zusage

Dieser Sehnsucht kommt Gott mit seinem Segen entgegen. Es ist der älteste in der Bibel überlieferte Segensspruch:

»Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.

Der Herr wende sein Angesicht dir zu

und schenke dir Heil.«

Man nennt diesen Segen auch den »Aaronitischen Segen«. Gott hatte einst Aaron, den Bruder und Mitstreiter des Mose, beauftragt, diesen Segen über das Volk Israel zu sprechen. Bis heute wird er in jüdischen und in christlichen Gottesdiensten gesprochen - auch an diesem Neujahrstag. Er gehört zu den schönsten und wertvollsten Segensworten in der Bibel.

Was Segnen bedeutet

Das deutsche Wort »segnen« kommt vom lateinischen »signare - bezeichnen«. Ich mache mit der Hand das Kreuz-Zeichen und segne die Gemeinde. Dem sehr nahe kommt ein anderes lateinisches Wort: »benedicere«, auf Griechisch: »eulegein« - »Gutes sagen«. Zum Segnen gehört beides: das Kreuz-Zeichen und das gute Wort. Dem andern von Gott her Gutes zusprechen, ihm Gutes wünschen.

Die ursprüngliche Bedeutung des hebräischen Wortes für »segnen« »barach« ist: »beachten - sich zuwenden«. Für mich ist das eine wunderbare Zusage, eine liebevolle Aufmerksamkeit von Gott. Ich fühle mich angeschaut und bejaht, ermutigt und gestärkt. Danach haben Gottes Zusagen das eine zum Ziel: dass unser Leben gelingt, endgültig gelingt - trotz aller Brüche. Das macht mir Mut zu mehr Gottvertrauen, auch dann, wenn die Dinge anders kommen als erwartet, anders als erwünscht.

Gebet

Ich bitte Gott an diesem ersten Tag im neuen Jahr:

»Gott, wirf deinen Augen-Blick auf uns! Und lass uns so unser augenblickliches Leben als erfüllt, sinnvoll, vielleicht sogar glücklich wahrnehmen!«

Fürbitten

Guter Gott und Vater. Es ist dir eine Freude, unter uns zu sein und uns mit der Fülle deines Segens zu beschenken. Wir bitten:

- Von dir gesegnet - gib den politisch Verantwortlichen den Willen, so vielen geschundenen Völkern Frieden zu ermöglichen.

- Von dir gesegnet - gib den Kirchen, gib uns Christen den Mut, mehr sichtbare Schritte zur Einheit der Christenheit zu wagen.

- Von dir gesegnet - lass uns so manche Probleme nicht bis zur Erschöpfung angehen, sondern in einer verworrenen Situation dich um Hilfe bitten.

- Von dir gesegnet - lass uns immer wieder einmal um deinen Segen bitten können für die, die uns nicht mögen; auch für die, die wir nicht mögen.

- Von dir gesegnet - schenke den Verstorbenen bei dir die Vollendung, die Fülle des Lebens.

Guter Gott und Vater. Danke für deine Menschenfreundlichkeit. Danke, dass du immer größer bist als unser Herz. Amen.

Michael Broch

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